Verfasst von: Jana | 25. Juli 2008

I’ll find my way home

alias: Wohnungssuche auf Distanz

alias: Man hat keine Ahnung und versucht es trotzdem, Teil 1

Ja, irgendwo muss man ja wohnen, nicht? Okay, mein freundlicher neuer Arbeitgeber stellt mir einen relocation agent (sehr fähiger Typ soweit), der sich um Alles kümmern soll, aber selbst ist die Frau ja schon irgendwie. Also rein ins Internet und mal geschaut, was der Wohnungsmarkt in Malaysia so hergibt. Und direkt mal in Probleme laufen.

Problem 1: Wo wohnt man überhaupt gut? Meine Arbeit läuft vorwiegend in Kelana Jaya (15km südwestlich von Kuala Lumpur), aber auch in Subang (westlich von KL) und Sepang (ganz weit draussen im Süden), gelegentlich dann auch in Penang (was ganz woanders ist, in genau der anderen Richtung). Also gut, okay, Kuala Lumpur, liegt halbwegs mittig, ist gross und somit kosmopolitisch. Gut, weiter: Wo in KL? Wie gesagt, es ist gross (~2 Mio Einwohner ohne Vororte). Also? Rumgegoogelt, Expat-Foren gewälzt, hier geschaut, dort geschaut, 4 Stadtteile in die engere Auswahl genommen: Ampang, Mont Kiara, Keramat und Pudu. So weit, so gut.

Problem 2: Was ist der normale Miet- bzw Kaufpreis? Hier konnte dann mein freundliches Helferlein (er heisst übrigens Rahmat) weiterhelfen, auch wenn ich am Anfang nicht glauben konnte, dass wohnen so billig sein kann. Weiter gehts…

Problem 3: Bezeichnungen in Anzeigen… Woanders sucht man ein „detatched house“ und findet als „bungalow“ eher grosse Gartenlauben. In Malaysia ist das allerdings das gleiche, und Jana wunderte sich erstmal, wieso es keine Einfamilienhäuser gibt. Die Umrechnung von Quadratfuss in Quadratmeter krieg ich ja mittlerweile hin, aber dass man bei einem Leasehold ein Haus nur für 99 Jahre kauft war mir auch völlig neu.

Problem 4: Ausländer kaufen Häuser. Dürfen sie zwar, aber nur unter bestimmten Auflagen. Erstens: Maximal 3 Immobilien (ich brauch doch nur eine). Zweitens: Diese Immobilien müssen einen Mindestpreis haben. Das bedeutet: Man darf sich quasi nicht in Armenvierteln einquartieren oder grandiose Schnäppchen machen.

Gut, Alles geklärt? Scheint so, also weiter mit der Suche. Rahmat schickt mir, was er so auftreibt, ich schicke ihm, was mir so gefällt, und wir laufen total aneinander vorbei. Zuerst deswegen, weil er mich in hochklassigen Einwandererenklaven unterbringen wollte (aber ich gehe schliesslich nicht nach Malaysia, um zwischen einem Briten und einem Kanadier und gegenüber von einem Japaner zu wohnen… Wobei…). Als das geklärt war, fand ich in meinem Postfach eine Liste von „serviced penthouses“, also grossen Apartments (vorwiegend in Hochhäusern) mit Reinigungsservice, Putzfrauen, Leuten, die für dich einkaufen und all dem Zeug. Also musste Rahmat erstmal lernen, dass ich sowas doch auch gern mal selbst mache.

Langsam kommen wir der Sache zumindest näher, einige Angebote sehen richtig gut aus. Leider muss ich mich komplett auf Rahmat verlassen, da ich wohl keine Zeit habe, vorher noch nach Malaysia zu fliegen und mir die Dinger selbst anzuschauen. Und ich hoffe, dass ich mich nicht auf einmal in einer seniorengerechten High-Society Wohnanlage wiederfinde.


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