alias: Wie kommt man rum?
Rahmat hat sich heute eine neue Schikane für mich einfallen lassen: „Wie willst du eigentlich zur Arbeit kommen?“
Äh, ja, hm, wie eigentlich? Öffentliche Verkehrsmittel wären doch für den Anfang nett. „Nichts da,“ tönte meine malayische rechte Hand, „das kann man nun wirklich vergessen. Du brauchst ein Auto!“ Gut, sollte er mir mal was Nettes raussuchen und zuschicken – unterdessen streunt Jana durchs Internet und schaut mal nach Nahverkehr in und um KL. Gibts doch, denk ich mir, doch dann les ich weiter und erfahre den Grund, wieso 80% der Einwohner nur damit fahren, wenns gar nicht anders geht: Es ist einfach nur kompliziert. Da gibts die KL Monorail (die doch ziemlich spacig aussieht), RapidKL (Zug) und KTM Komuter (auch Zug) und geschätzte 30 Busanbieter. Einheitliche Ticketstruktur? Fehlanzeige. Das wird erst richtig kurios, wenn man sich vor Augen hält, dass es keine Einzelfahrscheine gibt sondern nur Tagestickets.
Ich habe mir dann mal den Spass erlaubt, mir im Internet die Strecke zwischen meinem momentan favorisiertem Häuschen und der MAS Academy (also meinem Arbeitsplatz) rauszusuchen: Ampang nach Kelana Jaya. Ergebnis des Ganzen: 3 verschiedene Busanbieter, 2 verschiedene Zuglinien (immerhin beide RapidKL), 3 verschiedene Tagestickets, Kostenpunkt insgesamt RM 15 (EUR 5), Fahrzeit (~30km) knapp 90 Minuten, pro Richtung, versteht sich.
Okay Rahmat, ich brauche wirklich ein Auto, du hast recht. Im Postfach lagen auch schon die ersten Angebote. Als stolzer Malaye möchte er natürlich den nationalen Fahrzeughersteller pushen und schickt mir ganz viele Proton-Autos. Du liebe Güte, au weia, nein, ich möchte dann doch lieber ein ausländisches Fahrzeug. Was da kam, war nicht viel besser (Kleiner Benz zum Preis eines Einfamilienhauses. Grund: Exorbitante Importzölle), japanische Modelle auch nicht viel günstiger, aber schau, ein Proton ist sooo günstig. Hm, vielleicht doch lieber ÖPNV?